Sale!

ABOREA – Tischrollenspiel (8. Edition): Für 1 bis 8 Spieler, Black

$ 6.84

Mein allererstes Rollenspielsystem war Das schwarze Auge, welches ich Mitte der 1980er Jahre als Junge im Spielwarenladen um die Ecke gekauft habe. In einer „schönen“ Box von Schmidt Spiele, zwei Handbücher, ein Würfel und ein Spielleiterschirm waren damals im Karton. Also alles, was man für den Anfang benötigte. Im Laufe der Zeit kamen noch ein paar Boxen dazu und auch die Abenteuer gab es in einem Displayständer im Spielzeugladen. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich das Interesse an DSA verloren habe, es folgten Traveller, Shadowrun, MERS, Battle Tech, D&D, Rolemaster etc. und irgendwann mal auch wieder DSA, welches mittlerweile nicht mehr von Schmidt Spiele vertrieben wurde und auch keinen Platz mehr im Spielzeughandel fand. Das gab es nun, wie meine anderen Systeme auch, im eigenen Fachgeschäft. Und über all die Jahre habe ich, wann immer der mangelnde Nachwuchs in der Rollenspielergemeinschaft thematisiert wurde, die olle Geschichte der Schmidt Spiele Boxen ausgepackt. Ich habe nie verstanden, warum dieses Konzept nicht von den vielen Fantasy Verlagen übernommen wurde. Bis ich auf der Spiel 2012 in Essen die Aborea Box entdeckt habe. Die gibt es wohl schon ein bisschen länger, aber ich hab sie erst da wahrgenommen, denn eigentlich wollte ich am Verlagsstand Rolemaster und Traveller Material abgreifen. Die Box hat mir richtig gut gefallen, vor allem die Karte. Das hat echte nostalgische Gefühle bei mir geweckt. Gekauft habe ich es aber damals nicht.Jetzt hat es sich aber ergeben, dass mein Neffe, neun Jahre alt, mit einer Lungenentzündung eine Woche zu Hause im Bett lag und ich ihm daher ein Geschenk machen wollte. Er hat schon alles und die richtig coolen Sachen kriegt er lieber zum Geburtstag (dieses Jahr einen Pleo), es sollte ja auch nur eine Kleinigkeit sein. Er liebt Drachen und Ritter, Monster und Helden, Prinzessinnen und Schurken, da lag es doch irgendwie nahe, im genau diese zu schenken. Es muss ein Geistesblitz gewesen sein, der die Aborea Box aus den Tiefen meiner Erinnerungen hervorholte. Also hab ich ihm die Box per Amazon geschickt, einen Tag später kam die Nachricht meiner Schwester, dass der Junge gejubelt hat und sagte, dass dies genau das richtige Spiel für ihn sei. Meine Schwester war weniger begeistert, weil sie nicht weiß, wie man das spielt. Da werde ich wohl einspringen müssen, weshalb ich mich nun etwas näher mit dem System beschäftigen muss.Das Erste, was mir aufgefallen ist, ist die wohltuende Einfachheit. Zwar erkennt man die Nähe zu Rolemaster, aber man hat eben nur die Grundlagen übernommen. Herausgekommen ist ein einfaches und intuitives System. Natürlich mag ich meine anderen Systeme, mit den kiloschweren Quellenbüchern, die man zu jeder Sitzung durch die Welt tragen kann, ich mag das feilen und tüfteln entlang der Regeln. Aber das kann man keinem Einsteiger zumuten, erst recht keinem in dem Alter meines Neffen. Aborea wurde auf das Wesentliche eingedampft. In einer anderen Rezension stand etwas von langwieriger Charaktererschaffung. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Kinder verstehen das System schnell, es dauert wenige Minuten. Was natürlich dauert, sind die vielen Erklärungen, die man einem Neuling mit überschäumender kindlicher Begeisterung geben muss. Wenn nach jedem erklärten Wert blumig die Anwendung ausgemalt wird, dann kann das dauern. Das kann ich aber nicht dem System anlasten. Natürlich muss ich mich darauf einlassen, dass vieles von dem, was ich gewohnt bin, nicht vorhanden ist. Aber in meiner Entwicklung als Rollenspieler entferne ich mich zunehmend von Regeln über ein Mindestmaß hinaus mehr hin zu der Ausgestalten eines Charakters. Ich bin daher sehr gespannt, wie mir diese Reduzierung auf das Wesentliche gefallen wird. Wie mitgelieferte Welt Aborea unterscheidet sich nicht wirklich von anderen Sets, sofern ich das jetzt schon sagen kann. Die wirklich unglaubliche Karte in der Box lässt da auf jeden Fall noch ganz viel Platz für Inhalte vom Hersteller und für eigenen Stoff. Zur Karte: sofern es irgendwie möglich ist, sollten die Ortsnamen (die teilweise doch sehr Klischeehaft nerdig sind �� ) besser lesbar sein. Und bitte ein stärkeres Cover für die Hefte.Das enthaltene Startabenteuer ist gut (ich kann mich nicht mehr an Details von dem in meiner DSA Box erinnern, aber die Spielwiese war damals sehr viel mechanischer als heute).Insgesamt ist die Einstiegshürde gering, aber selbstverständlich kann man nicht auspacken und sofort anfangen. Bei welchem Spiel geht das?Etwas verwirrend finde ich, wie ein Vorrezensent auch, die Altersfreigaben auf dem Spiel. Wegen der enthaltenen Würfel würde ich das keinem Kind unter 3 geben wollen, aber wer lesen und schreiben kann und im Cowboyfähigen Alter ist, der dürfte mit dem Inhalt keine Problem haben. Ab welchem Alter man es spielen kann, hängt dann doch sehr von den einzelnen Personen und vom Spielleiter ab. Ich und meine Freunde waren damals elf, als wir eigenständig gespielt haben. . Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass eine noch weiter reduzierte Form von Regeln und kindgerechter Ausgestaltung des Textinhalts auch eine noch jüngere Zielgruppe ansprechen könnte.Andere Systeme haben überhaupt keinen Hinweis dazu, daher verstehe ich nicht, warum überhaupt ein Hinweis drauf ist. Wenn ich zur Spiel 2013 noch daran denke, werde ich mal am Stand nachfragen.Charaktere sind gemacht, einen groben Überblick über RPG im Allgemeinen habe vermittelt, nun gilt es, Aborea zu entdecken. Wir werden in Leet anfangen und mal schauen, wohin es uns führen wird. Ich freue mich auf die erste Runde mit meinem Neffen und werde berichten.